Text

Jessys Geschichte Text - 2

Und er nur so: „Nee, von wegen, dem zeige ich jetzt, wer keine Ausdauer hat!“ Und auf einmal sind alle 
beide wie ein Kanonenschuss losgedüst, hintereinander weg. Dann wollte der Polo links den Malte über-
holen, und Malte ist auf einmal dann in Schlangenlinien gefahren, auf einer zweispurigen Landstraße, mit 
140 km/h. Hallo, da kann ja auch keiner von vorne kommen?!
Als Malte dann gemerkt hat, dass der andere nicht hinterherkommt, hat er richtig gejubelt und trium-
phierend die Hupe gedrückt, ist aber weiterhin mit 140 km/h Richtung Waldstück gefahren. Und auf 
einmal fängt der Junge an zu klatschen und lässt das Lenkrad los. Ich habe auch noch gesagt: „Bist du 
bescheuert? Du hast den abgehängt, ist ja super, aber konzentrier dich bitte wieder auf die Straße!“ 
Ja und dann, dann ging auch auf einmal alles so schnell. Ich weiß nur noch, dass da ein dumpfer Auf-
schlag war und dass ich mit einer Übelkeit erregenden Geschwindigkeit in diesen Airbag gepresst wurde. 
Kurze Zeit später, als ich dann wieder zu mir kam, habe ich dann nur diese gerissene Windschutzscheibe 
gesehen und diesen dichten Nebel, der aus der blutverschmierten Motorhaube kam, und da war ja auch 
noch der Grund, warum dort überhaupt Blut war. Ich habe gesehen, dass da ein totes Wildschwein lag. 
Ich habe dann zu Malte geguckt, der nur noch fassungslos die Hände über dem Kopf zusammenge-
schlagen und zwischen Wildschwein und dem Totalschaden, der vorher eigentlich sein ganzer Stolz war, 
hin- und hergeschaut hat. Und da wurde mir bewusst, dass wir durch seine Emotionalität, ausgelöst 
durch ein Fussballspiel, in diese Situation geraten sind und beinahe unser Leben verloren hätten. Ein 
anderes Lebewesen hat es verloren!